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Festival Valle Luna
Wie es wirklich war
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Hätte es eine “Goldene Luna” gegeben, wir hätten sie der “Moonband” aus München verliehen, die den Geist von Crosby, Stills, Nash & Young nach Gomera brachte und bewies, dass man nicht unbedingt irre Verstärkeranlagen aufzubauen braucht, um mit Musik zu begeistern. Auch die “Gomera-Street-Band” spielte meist unplugged und brachte alte Kracher wie “Papa was a Rolling Stone” im tropischen Garten der “Cacatua”, dass das Volk jubelte. In der “Gomera-Lounge” gab es - neben Klavier- und Klarinetten- auch Dudelsackmusik, und Juan Mesa demonstrierte gomerianische Tradition mit Chacaras. Es gab auch “Stimmungsmusik”, die das Festival manchmal bis hart an die Schmerzgrenze eines hessischen Volksfestes knödelte. Aber den Leuten gefiel´s, was ja wohl irgendwie auch die Hauptsache war. “Die Mischung macht´s” war die Devise, und die Mischung war wohl gelungen
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Natürlich waren nicht alle begeistert. Es gab auch Leute, die schon lange vor Beginn des Spektakels, als die ersten Freaks im Wohnmobil anrückten, mit ganz dicken Steinen all jene Brachflächen zu festivalfreien Zonen machten, auf denen sie Schlimmes erwarteten. Und im insularen Internet moserten sie, dass es sich bei den einfallenden Musikfreunden doch lediglich um “Vagabunden” handele, die - statt gesittet in den tollen Restaurants an der Playa die goldene Visa-Card zu zücken - mit Sardinen aus dem Supermarkt und billigem Tütenwein an den Straßenrändern rumlägen und den “echten Touristen” ein eher negatives Image der Insel vermittelten. Müßig, diesen Dumpfbacken erklären zu wollen, dass ohne diese “Vagabunden” Valle Gran Rey wahrscheinlich bald zum total langweiligen Ferienkaff verkäme, in das man Touristen allenfalls noch via ALDI zu Schnäppchenpreisen locken könnte. Aber die Ansichten darüber, was denn ein Qualitätstourist ist, die gehen halt auseinander. Immerhin waren sich hinterher alle einig, dass es endlich mal ein Festival war, das durch seine Lautstärke nicht auf den Sack ging. Und dass ab 23 Uhr allgemein wieder Ruhe einkehrte, wurde allenthalben auch sehr positiv aufgenommen.
Dass die Organisation eher chaotisch war, und dass man beispielsweise den armen Chinesenwilli auf die ganz linke Art ausgebootet hatte, ließe sich noch unter der Rubrik “Kollateralschäden” abbuchen, aber dass die “Gomera-Street-Band”, ein absolutes Highlight der Veranstaltung, nicht einmal die zugesagten Unterkünfte bekam, das war dann schon reichlich derbe. Die fühlten sich - wie sie dem Valle-Boten klagten - “ganz schön angepisst” und wollen auch nicht wiederkommen.
Dass das Festival von allerlei insularen Selbstdarstellern und Pseudokünstlern dazu benutzt wurde, mal wieder vor großem Publikum zu posieren, ließ sich aushalten. Da konnte man ja eine Ecke weiter gehen.
Im Großen Ganzen aber war es ein Erfolg. Fast möchte man von einer Sternstunde gomerianischen Musikgeschehens reden. Fast.
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