La Gomera - Der Valle-Bote: Auf Gomera geliebt - in der Welt beachtet

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In Deutschland werden die Tage nicht länger. Aber breiter.
Kiffende Heimat
Also mir bringt Kiffen gar nix”, sagte Bundesfinanzminister Hans Eichel jüngst in einem ARD-Interview. “Ich hab´s probiert und festgestellt, dass mir eine gute Flasche Wein weitaus mehr zusagt.” Logo. Was soll er sonst auch sagen? Dass er sich an jedem Morgen erst mal eine anständige Tüte bauen muss, um das Politgelaber im Bundestag überhaupt aushalten zu können? Nee. Das sagt der nicht. Er würde es selbst dann nicht sagen, wenn er´s wirklich täte.
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 “Eine gute Flasche Wein”. Besser noch: “ein Fläschchen”, das kann man öffentlich bedenkenlos zugeben. Das macht sogar noch einen kultivierten Eindruck beim Zuschauer. Wein ist schließlich keine “Droge”. Im Gegenteil. Das ist ja Kulturgut.


Auch “ein Bierchen” oder “ein Schnäppschen” darf man als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens problemlos öffentlich zugeben. Das klingt sogar ausgesprochen volksnah. Dazu darf man dann auch ruhig “ein Zigärrchen” rauchen. Da hat auch jeder voll Verständnis für. Aber einen Joint? Eine Droge?


Dabei kiffen inzwischen über vier Millionen Deutsche jeden Tag. Und ohne jedes Unrechtsbewusstsein, was ja offensichtlich noch weitaus schlimmer ist.


In mehr als 7.000 Headshops wird alles verkauft, was der Kiffer für sein Hobby braucht: Wasserspfeifen, Bongs und Kawumms, Dopedöschen, Filterpappe und Maispapier. Bloß kein Dope. Das ist nämlich immer noch verboten. Schreibwarengeschäfte machen einen Großteil ihres Umsatzes heute mit großformatigen Drehblättchen und die Auflage der deutschen Kifferzeitschriften hat die 150.000 längst überschritten. Von den Jugendlichen zwischen 14 und 20 kifft in Deutschland jeder Dritte. “Würde man ihnen das Kiffen verbieten”, so ein Kölner Lehrer, “dann würden die einfach noch mehr saufen. Besser lernen aber würden die so oder so garantiert nicht. Dafür müsste man ihnen nämlich neue Eltern verordnen”.


Die deutsche Justiz aber tut sich immer noch schwer mit einer Freigabe von Haschisch. Was war das ein Theater, als der kleine Sohn der FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper erwischt wurde, als er ein winziges Marihuanapflänzchen liebevoll in einem Blumentopf aufzog. Das hätte die Mutti ja fast den Job gekostet.


Zwar ist das Rauchen an sich ja nicht verboten - wohl aber “Anbau, Besitz und Weitergabe”. Und “Anbau” ist auch auf der Fensterbank. Wenn der kleine Fritz aber erwischt wird, wie er an einem Joint zieht, dann braucht er bloß zu sagen: “Den hat mir einer rüber gereicht”. Schon ist er aus dem Schneider. Aber der, der ihm den Joint gereicht hat, der muss unter Umständen dafür sorgen, dass die deutschen Knäste noch weiter überbelegt werden mit derartigen “Bagatelldelikten”.


Da hilft dann auch kaum die so genannte “Freigrenze für geringe Mengen”, weil sich die Bundesländer - was ja voll normal ist - nicht einig darüber werden können, wie viel denn nun eine “geringe Menge” ist. In Bayern sind das höchstens 6 Gramm, in Schleswig-Holstein immerhin 30!


“Legal-illegal-scheißegal” sagt man inzwischen auf der Szene und baut sich Rollen bis in die Vorstandsetagen namhafter Konzerne. Im Ruhrpott gibt es bereits große Kiffer-Fach-Messen mit internationaler Beteiligung und es gibt Meisterschaften, auf denen das beste Gras eines jeden Jahrgangs von einer Sachverständigenjury getestet und prämiert wird.


Dass Shit (ganz im Gegensatz zu Alkohol oder Nikotin) weder süchtig noch krank macht, gilt als wissenschaftlich bewiesen. Dennoch bleibt es verboten. Vertreter der christlich-konservativen Lebensweise sagen gern: “Schlimm genug, dass Alkohol und Nikotin erlaubt sind. Das ist nun aber wirklich Droge genug für unser Volk”. Dabei vergessen sie natürlich die Religion, die ja bekanntlich “Opium fürs Volk” und trotzdem nicht verboten ist. Aber lassen wir das.


Und dann hat da ja auch irgendwer mal das Märchen von der “Einstiegsdroge” erfunden. Wer kifft, der schnüffelt, der kokst, der drückt. Wer lügt, der stiehlt und kommt in die Hölle.


Wein ist keine “Einstiegsdroge”. Wein ist ja kein Alkohol. Davon kann man weder süchtig noch doof werden. Von Bier auch nicht. Bier ist ein Grundnahrungsmittel. In Bayern trinkt man es zum Frühstück. Das ist “Brauchtum”. Auch auf Gomera. Da heißt es “Flaschenkaffee” und ist auch total ungefährlich. Gefährlich ist der Joint. Darum ist der auch verboten.


Trotzdem wird - wir sagten es bereits - in der Heimat gekifft wir nie zuvor in der ruhmreichen Geschichte unseres Vaterlandes.


Dass sich allerdings selbst die verhärmte Frau Merkel - wie uns unser Deutschland-Korrespondent John Angelo Ashman glaubhaft machen will - in ihrer Freizeit die dicksten Dinger rein zieht, um den Stoiber ertragen zu können, das halten wir dann doch für ein voll “getürktes Rauchzeichen”.


 


 



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