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Don´t stop the Carnival
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Eigentlich ist Organisation ja voll für den Dingens. Ist was für Ottos, die sich in der Kalten Heimat langweilen und nichts Besseres zu tun haben, als ständig irgendwas zu „organisieren“. Zum Beispiel Festivals. Da hocken sie dann bereits ein Jahr, bevor ihr Festival losgehen soll, beieinander und „organisieren“. Auf unserer lustigen Bananeninsel ist das natürlich anders. Hier hat kein Mensch Bock auf so was. Vor allem dann nicht, wenn kein Geld da ist, über dessen sinnvolle Verwendung man sich Gedanken machen kann. Die Gemeindekasse ist leer, Spanien ist pleite, und Brüssel kämpft mit der Finanzkrise.
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Nachrichten aus der Heimat
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Kaum hat das neue Jahr begonnen, da bricht schon wieder eine neue Katastrophe über das Land, das einmal auch unsere Heimat war, herein: Sylvie und Rafael van der Vaart haben sich getrennt! Meterhohe Schlagzeilen auf der Titelseite von BILD. Verzweifelte Kommentare überall im Fernsehen. Mein Gott! Was soll nun aus der Kalten Heimat werden? Sie lieben sich doch immer noch! Aber die Trennung ist endgültig. Ob sich nun der Bohlen eine neue TV-Tussi suchen muss? Ob der HSV absteigt? Die Nation rätselt und zittert. Dabei hat sie sich doch gerade erst von der letzten Katastrophe, dem Unfalltod des armen Pudels in “Wetten dass?” (siehe Valle-Bote Nr. 78) erholt.
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Ausgabe Nr. 78
Der Inselkoller
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Wenn die kanarische Sonne allzu lange auf eingewanderte Teutonenbirnen herniederbrennt, dann fangen diese eines Tages an, irgendwie ganz merkwürdig zu ticken. Die einen nennen es dann den „Schuss“, die anderen eine „Vollmeise“, wieder andere reden von „offener Therapie“, die sich in Residentenkreisen angeblich allenthalben einer gro-ßen Beliebtheit erfreut. Fest jedenfalls scheint zu stehen, dass der Deutsch-Gomerianer als solcher nur dann auf der Insel über einen längeren Zeitraum hinweg fröhlich und sorgenfrei überleben kann, wenn er sich rechtzeitig solch eine gewaltige Macke zulegt. Nur so fällt er in der Gemeinschaft der Beknackten nicht unangenehm auf. „Normal“ auf Gomera geht nun mal auf Dauer einfach nicht. Allenfalls „voll normal“, was aber eine Diskriminierung ist, die relativ kurz vor “Vollpfosten” kommt. Und dennoch befällt auch den aus-reichend behämmerten Residenten bzw die geistig zurückgebildete Residentin immer wieder eine merkwürdige Krankheit, die ihm bzw ihr das sorgenfreie Dasein im Bananenparadies verleidet: Der Inselkoller.
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Nach dem großen Feuer
Wir bauen El Guro wieder auf
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Kaum war der erste Schock verdaut, da wurde gemeinsam in die Hände gespuckt. Angeködert mit reichlich gespendetem Bier (”Bodegita del Medio” und “Bar La Goleta”) sowie handfestem Catering von “Pan de Vueltas”, machten sich Kolonnen von Freiwilligen unter Yogis Leitung auf den beschwerlichen Marsch in die Berge, um den abgebrannten Landsleuten von El Guro zu Hilfe zu eilen.
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Ausgabe Nr. 77
Setzt aufs Klosterdach den Roten Hahn!
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sangen die brandschatzenden Landsknechtshorden, wenn sie im Mittelalter plündernd und raubend durch die Lande zogen und nichts als verbrannte Erde zurückließen.Was sind das nur für Leute, die aus Spaß und Dollerei ihre eigene Insel abfackeln? Sind das Pyromanen, die ihrem Psychiater heimlich von der Coach gesprungen sind? Wohl kaum. Weit eher sind es hirnkranke Opfer der spanischen Jugendarbeitslosigkeit, die das Zündeln als Zeitvertreib oder gar als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme entdeckt zu haben glauben.
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Nach dem großen Feuer
Verbrannte Erde
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Obwohl das Verursachen von Waldbränden auf den Kanaren mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft wird, werden - wie aus offiziellen Kreisen verlautet - mehr als 80% aller Brände vorsätzlich gelegt. Wenn dann der Inselpräsident lauthals verkünden kann, dass er mal wieder 120.000 stolze Euroletten als Sonderetat zur Bekämpfung der aktuellen Waldbrände zur Verfügung stellt, dann ist angesichts der spanischen Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden Jugendarbeitslosigkeit der Verdacht sicherlich nicht so ganz abwegig, dass in so manch krankem Hirn arbeitsloser Waldarbeiter die Zündelei als so eine Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme angesehen wird. Gottlob sind die Zeiten, in denen Bauspekulanten - wie beispielsweise in Griechenland - ganze Berge abfackeln ließen um an billiges Bauland zu kommen, vorbei. Zumindest derzeit. So hat dann die europäische Finanzkrise auch ihr Gutes.
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Swami Ramaduri sagt:
Nicht alles was braun ist, ist auch Schokolade
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„Am Anfang jeglichen Beginnens steht der erste Schritt. Erwäge ihn wohl, Sterblicher, denn es ist besser nichts zu tun, als mit vieler Mühe nichts zu schaffen. Der weise Mann bleibt ohne Tun und dennoch bleibt nichts ungetan. Sehet die Emsigen, die Fleißigen, die Gierigen, die Rastlosen, die Strebenden und Suchenden, die Jagenden und Kämpfenden. Wie müßig ist doch all ihr Treiben, wie sinnlos all ihr Tun…“
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Quotenfrau Eva-Maria Hurrlemann-Spiegelberg zum Thema „Kindersteuer“:
Ich huste Euch was
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Ein Leben ohne Kinder ist wie ein Firmament ohne Sterne“, sagte meine Oma immer. Ich argwöhne, dass sie mit solchen Sprüchen nur sicherstellen wollte, dass da stets genügend Enkel und Urenkel im “Seniorenheim zum dünnen Süppchen” um ihren Geburtstagskuchen herum saßen und “Happy Birthday to you” quäkten. Omas finden so etwas ganz toll, auch wenn sich den Rest des Jahres kein Schwein bei ihnen blicken lässt. Sterne am Firmament des Lebens - nachts um drei kommen sie mit vollgeschissenen Windeln raus und dann kriegen sie den Rest der Nacht Zähne, die Sterne. 20 Jahre lang versauen sie Dir Dein Leben, während sich der Erzeuger dieses Urknalls längst in die Büsche geschlagen hat. Und wenn Du Pech hast, dann binden sie Dir später auch noch einen unehelichen Enkel auf den Bauch, weil sie ja leider arbeiten müssen und für so was ja Omas eigentlich auch da sind. Firmament voller Sterne - wer denkt sich eigentlich solchen Blödsinn aus?
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Neuester Schildbürgerstreich
Fischerhafen soll Sportmarina werden
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Zu Anfang glaubten wir ja, unsere Inselpolitiker hätten eine prima Idee gehabt: Den seit 10 Jahren nutzlos rumstehenden neuen Hafen von Vueltas zu privatisieren und eine Sportmarina daraus zu machen. Das hat in San Sebastian super funktioniert. Die Marina dort soll jährlich einen Reingewinn von 3 Mio Euro (nach Steuern) machen. Auf 30 Jahre soll nun eine ähnliche Konzession in Valle Gran Rey vergeben werden - für läppische 56.000 Euro Pacht im Jahr! Hört sich nach einem guten Geschäft an. Aber egal. Soll sich doch jemand die Taschen voll machen. Hauptsache unserer gigantomanischer Betonwüste wird endlich Leben eingehaucht. Und ein Sporthafen ist ja immerhin keine Zementfabrik. Inselpräsident Casimiro Curbelo beeilte sich auch gleich, die neue Sportmarina zum Wirtschaftsmotor des ganzen Tals hochzuloben. Ähnliches hatten wir zwar schon vor 10 Jahren gehört, als der neue Hafen gebaut wurde, aber man hört es doch immer wieder gern. Und vielleicht klappt es ja diesmal.
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Der Valle-Bote enthüllt
Quadratschädel
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Manch einer meint ja, es sei lediglich eine bösartige Verallgemeinerung wenn behauptet wird, alle Deutschen hätten viereckige Köpfe. Unser Fotograf Lonny Silverstein war im Valle unterwegs, um dieses Vorurteil zu widerlegen. So richtig gelungen ist ihm das nicht, wie man in dieser neuesten Ausgabe des Valle-Boten sehen kann.
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Über die Gefahren des Passiv-Saufens
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Wie jeder vernünftige, gesundheitsbewusste Mensch, so begrüße auch ich das allgemeine Rauchverbot in unseren Kneipen. Ich habe nichts dagegen, dass sich Nikotinsüchtige Lungenkrebs an den Balg qualmen. Das ist schließlich deren Problem. Aber dass diese Stinkstiefel nun auch mir durch aufgezwungenes Passiv-Rauchen die Gesundheit ruinieren, das sehe ich nicht ein. Und dass der Schmidt, der alte Quarzer, auch noch öffentlich allen Talkrunden und Quiz-Shows die Bude vollqualmt, ist bei Gott unverantwortlich. Weiß man denn, ob seine tödlichen Krebserzeuger nicht auch durch die Röhre meines heimischen Fernsehers kriechen können?
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Valle-Luna-Festival
Null Bock auf Polka
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Was sollen wir? Endlich alle mal erwachsen werden? Vernünftig? Ihr habt doch wohl nicht alle Knicker im Beutel! Schaut Euch doch bloß mal an, was alle die Erwachsenen und “Vernünftigen” aus unserer Welt machen. Da bleiben wir hier doch lieber durchgeknallt und passen schön auf, dass aus unserer lustigen Insel der Beknackten nicht eines Tages genau so eine angepasste, kaputte All-Inclusive-Touristenfalle wird, wie man sie ja zur Genüge von anderen Inseln her kennt. Wir wehren uns - wenn auch vielleicht vergeblich - gegen die allgemeine globale Verlieselung und Mallorcanisierung. Noch ist Gomera nämlich nicht verloren!
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Deutsches Fernsehen
Gut gegen Heimweh
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Natürlich sind auch wir halb bekloppten Bananeninsulaner hier am Dingens der Welt bestens über alles informiert, was in unserer kalten Heimat passiert. Nur so kriegen wir schließlich zeitnah mit, dass Draufputzen besser ist als Abnutzen weil es den Kopf nach der Geheimformel mit den pflegenden Ölen und dem unwiderstehlichen Hautgefühl glücklicher macht; dass Hundeprofi Martin Keller mit Sofort-Aktiv-Hilfe beim perfekten Promi-Dinner flüssige Haarbausteine mit multidry-Mineralspray verteilt, und die ofenfrische Krallenbürste Deutschländer mit Sechsfacheffekt heißt.
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Vulkanausbruch auf El Hierro
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Als im Oktober des Jahres 1971 der Vulkan „Teneguia“ auf La Palma ausbrach, da geschah das ohne jede Vorwarnung. Die ausbrechende Panik unter der Bevölkerung jedoch legte sich schnell. Ihre Häuser waren nicht eingestürzt, ihre Felder in der glühenden Lava nicht verbrannt. Nur im kaum besiedelten Süden der Insel spuckte die Erde ein fantastisches (und völlig kostenloses) Feuerwerk in den Nachthimmel. Das sah bedeutend aus, und die Touristen kamen in Strömen um das Naturschauspiel aus der Nähe zu betrachten.
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Soeben am Strand von Vueltas gelandet:
Die gomerianische Piraten-Partei
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„Die Piraten treten für eine Entkriminalisierung des Konsums und des Handels von Marihuana und Cannabis-Produkten ein. Erforderliche Richtlinien für Handel und Konsum sollen sich an denen für Genussmittel orientieren. Marihuana bzw. Cannabis-Produkte sind in der Gesamtbetrachtung hinsichtlich ihrer Rauschwirkung und Suchtgefährdung nicht gefährlicher als legal erwerb- und konsumierbare Genussmittel anzusehen. Die bestehende Einstufung als Betäubungsmittel ist demnach nicht haltbar“.
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Schau mir in die Augen, Kleines
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Auf Gomera, ist vieles immer noch besser und Gott sei Dank fast alles immer noch ganz anders. Keine Bettenburgen. Kein Massentourismus. Kein Ballermann. Kein All-Inclusive. Kein grenzdebiler Animateur geht Dir bei uns auf den Zünder und kein Keiler schleppt Dich in den Teppichbasar. Dass Dir kein halb verhungerter Fellache den Koffer ins Appartement wuchtet solltest Du als Kollateralschaden tolerieren. Monsieur Strauss-Kahn aber kriegt statt Blasmusik von unseren Zimmermädchen höchstens was auf die Glocke.
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Eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn
Vom Valle nach Wladiwostok
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Manchmal reißt es den klimaflüchtigen Neugomerianer unter seiner Palme. Dann gehen ihm Sonne, Meer und Ewiger Frühling ganz unheimlich auf den Zünder. Dann will er endlich mal wieder Schnee sehen. Und zugefrorene Tropfnasen unter dicken Pelzmützen. Was macht er dann? Er steigt in Moskau am Jaroslawer Bahnhof in die transsibirische Eisenbahn und geht auf die große Reise.
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Endlich das lang erwartete Gesamtwerk von HH. Hastings:
Alles Banane
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Der Herbststurm hatte die letzten gelben Blätter von den Bäumen geweht und es begann wieder die Jahreszeit, in der sich die Norddeutsche Tiefebene in eine, für den normalen Menschen nur noch bedingt bewohnbare Gegend verwandelte. Kleine, graue, frierende Gestalten duckten sich hinter sorgsam isolierte Backsteinmauern und suchten notdürftig Schutz vor all den heranrollenden, atlantischen Tiefdruckgebieten mit Schnee- und Graupelschauern, die ihnen der Wetteronkel im Fernsehen mit sorgenvoll gefurchter Stirn täglich aufs Neue androhte. Künstliche Heizsonnen wurden aus der Garage geschleppt, die Abonnements im Sonnenstudio erneuert und die Mottenkugeln wieder aus den langen Flanellunterhosen gepult. An Glühweinbuden dröhnten sich verzweifelt Frierende die ohnehin schwach belichtete Birne zu, und - als würde das alles noch nicht reichen - übertrug das Zweite Deutsche Fernsehen auch noch live die deutsche Rodelmeisterschaft der Damen auf dem Kahlen Asten. Die Bordsteinschwalben trugen Zeppelin-Zwickel zum Muff und verfluchten ihr Freiluftgewerbe; die Feuerwehr rettete eingebrochene Kinder aus dem Dorfteich, und seit mehr als zwei Wochen schon hockte Opa Scholz tot und unbemerkt in seiner Kellerwohnung, weil die Stadtwerke ihm kaltherzig die Heizung abgedreht hatten. Der letzte Gläubige zitterte sich in die leere Bonifazius-Kirche und sandte ein verzweifeltes Stoßgebet gen Himmel: „Lieber Gott, warum hast du mich ausgerechnet in dieses Elend hineingeboren?“
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Tussi goes Hollywood
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Wenn sich die Mädchen früher Blumen ins Haar steckten um nach Gomera oder San Francisco zu reisen, dann taten sie das, weil sie Love & Peace suchten. “Be Sure to Wear Flowers in Your Hair” dichtete Scott McKenzie 1967 auf dem Höhepunkt der Hippie-Bewegung. Die “Blumenkinder” von heute suchen etwas ganz anderes. Die sind zurück in der geldgeilen Zukunft. Denen gehen inzwischen Love & Peace voll am Dingens vorbei. Die brezeln sich auf um die ganz große Karriere in Hollywood zu suchen. Die wollen stinkend reich und berühmt werden. Die hauen sich ein paar Kilo Feinputz auf die Backen, rütteln an Hugh Hefners eisernem Gartentor, schieben ihre frisch aufgepumpten Silikon-Klötze durchs Gitter und wollen ein einziges Mal nackig in den “Playboy”, damit die ganze Welt grenzdebiler Lustlümmel sie wenigstens ein einziges Mal in ihrer ganzen ausklappbaren Fülle bewundern kann.
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Es sprießt schon wieder Grünes aus der Asche
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Heute (14.8.) sind noch 7 Löschflugzeuge (3 aus Marokko) und 5 Lösch-Helikopter pausenlos im Einsatz, um die Waldbrände in der Umgebung von Vallehermoso zu löschen. Die Straßen auf der Insel sind teilweise wieder frei. Die Bewohner des oberen Tals von Valle Gran Rey sind in ihre Häuser (soweit die nicht verbrannt sind) zurückgekehrt.
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Immer noch keine Schnellbootverbindung zwischen San Sebastian, Santiago und Valle Gran Rey mehr.
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Wieder sollen einigen Käufern von Eigentumswohnungen selbige klammheimlich unter dem Dingens weggepfändet werden.
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Es ging ein gewaltiger Aufschrei durch den spanischen Blätterwald. “Pfui Deibi!” Fernsehsender brachten ganze Reportagen, in Talkshows troff das Gift aus gehässigen Mündern und selbst seriöseste Tageszeitungen berichteten ganzseitig. Die Opposition im Cabildo von La Gomera forderte den sofortigen Rücktritt des Inselpräsidenten Casimiro Curbelo.
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Unmittelbar nach der Wahl hämmerte der neue Bürgermeister eine erschreckende Bekanntmachung durchs Tal: “Vorsicht! Unser Trinkwasser ist mit Blei und Kadmium verseucht! Bloß nicht trinken!” Oh Gott! Die Residenten standen mit Angstschweiß auf der Stirn Schlange bei Doc Weber, um sich untersuchen zu lassen. Hatten sie nicht bereits seit geraumer Zeit immer so schwere Füße? Und morgens so einen schweren Kopf? Jetzt wusste man endlich, woher das kam.
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Miguel Angel Hernandez (Sozialisten X) neuer Bürgermeister von Valle Gran Rey
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Wieso sind abgebrannte Brennelemente eigentlich Müll, den man für teuer Geld irgendwo vergraben muss? Die strahlen doch noch eine Million Jahre, die Dinger. Da kann man doch noch was mit anfangen. Statt den Castor zu schottern oder schwäbischen Bürgermeistern mit der Erkundung unterirdischer Tonschichten den Schlaf zu rauben, könnte man die alten Brennstäbe doch einfach in kleine Stücke zersägen und damit eine Million Jahre lang den heimischen Swimmingpool aufheizen oder den Flachbildbildschirm leuchten lassen oder bei Twitter online sein. Kostenlos! Eine Million Jahre lang! So alt wird doch kein Pferd. Schön dick in Blei verlötet und im Keller vergraben hätte man eine Million Jahre lang Licht in der Bude und brauchte nicht mal diese fiesen Sparglühbirnen einzuschrauben, die unsere wackeren Nichtraucher in Brüssel erfunden haben um Strom zu sparen. Alles wird heute recycelt. Sogar die Bierdosen und die Yoghurtbecher. Warum also nicht der Atommüll?
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Nun also hat auch Europas größter Reiseveranstalter, TUI, die Trauer als Reisemotivation entdeckt. Waren es bisher in erster Linie ja fröhliche Zeitgenossen, die in Kegel- und Swinger-Klubs den Ballermann-Eimer leerten und die Schinkenstraße vollkotzten, so geht künftig wohl eher die Träne auf Reisen. Zunächst hatten wir bei dem Begriff “Trauerreisen” ja gedacht, da würden Reisen zu den armen Hoteliers und Appartementbesitzern organisiert, die sich aufgrund ausbleibender Pauschis an der Palme aufknüpften. Ganz falsch! Es sind in erster Linie Frauen jenseits der 60, die bisher mit „Regenbogenreisen“ oder „Reiseinsleben“ ihre schwarze Witwenkluft bis zu uns nach Gomera trugen. Denen gingen die Pleitiers voll am Dingens vorbei. Die trauerten um frühzeitig verschiedene Familienmitglieder, was ja unter kanarischer Sonne auch viel besser geht als im Grau der kalten Heimat.
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Nachdem sie uns unser schönes Geld ja nun ausreichend verbrannt, verknappt, versenkt und versaubeutelt hat; nachdem sie die Börsen zusammenkrachen ließ, Massenentlassungen vorgenommen hat, Firmenpleiten in großem Stil verursachte, Arbeitslosenzahlen in schwindelnde Höhen trieb, mit Zwangsversteigerungen und Insolvenzen weltweit das große Heulen und Zähneknirschen erzeugte und selbst vor uns kleinen Bananeninsulanern am Rande dieser globalisierten Welt nicht zurückschreckte, geht sie nun baden, die Krise. Sie macht Urlaub. Ferien vom diabolischen Treiben mundialer Geldvernichtung. Sie humpelt am Stock zum Strand, um neue Kräfte für die zweite Jahreshälfte zu sammeln.
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Soeben hat der frisch gewählte kanarische Regierungspräsident im Fernsehen verkündet, dass Nahrungsmittel ab sofort zum Nulltarif auf alle kleineren Inseln (wie zB Gomera) geliefert werden.
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Soeben wurde in unserer boomenden Inselhauptstadt die erste Verkehrsampel installiert
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Irgendwie scheinen Björns Kampfhühner in El Guro (der Valle-Bote berichtete ja bereits mehrfach) ihrem Besitzer nichts als Stress zu machen. Da schleicht sich doch so ein prolliger, gomerischer Haushahn aus der Nachbarschaft einfach durch ein Loch ins Gehege, knattert sich lüstern quer Beet durch die wertvollen orlowschen Kampfhühner, versaut mit seinem ordinären Inselsamen die genetische Edelzucht, und was macht der adelige Oberkampfhahn? Der Chef? Der ausgesuchte Zuchteber unter all den kampfbegabten Rasseweibern? Er verkriecht sich in ein Loch unter dem Stall und überlässt das ihm allein zugestandene Begattungsgeschäft kampflos dem Nebenbuhler. Da kann man doch einfach nur angeekelt ausspucken. Kampfhahn? Am Dingens!
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70% aller Einwohner sprechen sich gegen eine Ausweitung des Massentourismus aus.
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Die Inselregierung subventioniert jede neu geborene Ziege mit 40 Euro
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An der Spitze aller 1.043 neu beschäftigten Ausländer auf La Gomera im Jahre 2006 lagen die Deutschen. Erst danach folgen Länder wie Kolumbien, Kuba und Venezuela.
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